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Paratyphus Salmonellen! kurzer Besuch im Hospital San Pedro in Antigua

Eine Woche nach einem Magendarm-Zwischenfall in San Marcos, fühle ich mich immer noch geschwächt. Mein Energielevel ist bei 20%. Kurze Spaziergänge von ein paar hundert Metern fühlen sich wie Hochleistungssport an. Weshalb ich mich entschliesse, in Antigua einen Arzt aufzusuchen.
Vom Hospital San Pedro habe ich im Vorfeld sehr viel gutes gehört. Leute aus ganz Guatemala lassen sich da behandeln. Gemäss meiner Gastmutter Odilia werden in diesem Spital mittellose Guatemalteken, vor allem indigene Menschen, gratis oder für einen sehr günstigen Preis behandelt.
Der Besuch im Krankenhaus ist sehr interessant. Das Krankenhaus ähnelt eher einer Pension, das klinische Weiss ist neben ein paar vereinzelten weissen Ärztemäntel nicht vorhanden. Das Behandlungszimmer ist sehr rudimentär eingerichtet. Neben einer Liege und einer sehr alten Waage ist nicht viel vorhanden. Auch die Messgeräte sind sehr altmodisch: Zum Temperaturmessen steckt mir der Arzt ein altes gläsernes Thermometer in den Mund, welches er vorher mit einem Wättchen und irgendeiner desinfizierenden Flüssigkeit, die in einem unbeschrifteten Glas war, desinfizierte. Mein Mund brennt aufgrund der Desinfektionslösung. Es fühlt sich wie hochprozentiger Alkohol an. Mit etwas Bedenken, was die Hygiene anbelangt, gehe ich dann ins Laborzimmer. Bin aber schnell beruhigt, als ich das verpackte Nadelbesteck erblicke. Die Nadeln sind sehr dick und der Enfermero etwas ungeschickt: er durchsticht mir die Vene, aber was die Hygiene anbelangt, fühle ich mich sehr sicher.
Schlussendlich fühle ich mich kompetent beraten und bin sehr froh über den Besuch, denn es stellt sich heraus, dass ich mir in San Marcos eine Form von paratyphus Salmonellen eingefangen hatte, die mit Antibiotikum behandelt werden muss.
Fazit: lieber einmal zu viel zum Arzt gehen, als etwas zu verpassen und dann gesundheitliche Folgen davon zu tragen.
Sarah Kurth
–  welt-erfahren –

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