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Ankunft in Guatemala – Sicherheit, und was uns sonst noch beschäftigt

Alles ist neu und ungewiss
Wir sehen die Lichter von Guatemala City aus dem Flieger. Es ist bereits dunkel. Viele Fragen kommen auf. Wie sind die richtigen Preise hier? Wem kann man vertrauen? Wie können wir uns verständigen, da wir noch keinen Spanischunterricht hatten? können wir einfach sorgenfrei in das nächste Taxi einsteigen? Wir fühlen uns unbeholfen und abhängig. Es fällt uns nicht einfach, die Kontrolle abzugeben und anderen zu vertrauen.
Doch erste positive Begegnungen nehmen unsere Ängste und Unsicherheiten: So z.B. die Taxifahrt mit einem älteren Herrn, der uns vieles über Guatemala erzählt (auch gerade unsere erste Spanischlektion) oder die herzliche Guatemaltekin, die uns in der ersten Unterkunft ein herrliches Frühstück zubereitet.
Tatendrang und Energie kommen auf, etwas zu bewirken und anzugehen. Der Kopf ist frei, der Stress des letzten Monates wie verflogen – Wir sind parat fürs Abenteuer!!!
Antigua – eine sichere Oase?
Nach der Ankunft in Antigua fallen uns sofort die bewaffnete Männer auf, die vor vielen Gebäuden Wache halten. Dies irritiert uns: einerseits gibt es uns das Gefühl von Sicherheit. Andererseits fragen wir uns: ist die Kriminalität hier so hoch, dass es dies braucht? Kann man hier ohne Bedenken frei herumlaufen, auch nachts? Doch mit den Tagen öffnet sich unser Fokus: die Sicherheit bleibt wichtig, ist aber nicht das Hauptthema. Wir beginnen die Schönheit der Stadt zu erleben und fühlen uns fast so sicher wie in irgendeiner schweizer Stadt und nehmen die bewaffneten Männer gar nicht mehr wahr. Wir realisieren, wie selektiv die Wahrnehmung sein kann, wenn man sich auf ein Thema versteift, wie in unserem Falle die Sicherheit.
Plötzlich unendlich viel Zeit – und was nun? 
Ja, da habe ich von einem Tag auf den anderen alle Zeit der Welt – und werde unruhig und unausstehlich. Ich habe den Drang, sofort etwas bewirken zu müssen. Und zwar SOFORT!! und dazu ist mein Tablet zu langsam – warum habe ich mir keinen Laptop mitgenommen? z.B. das supergeile kleine Apple Macbook? Aber eben: der Preis!
Ausschnitt dazu aus dem Tagebuch von Sarah:
„Leander ist geplagt von der Elektronik. Er scheisst auf das Tablet. Auch reitet ihn der Arbeitsdrang. Er ist definitiv kein richtiger Latino. Und wie bestellt, kommt auch schon die erste unerwartete Arbeit auf ihn zu: die Gastmutter hat keinen Schimmer, dass Leander diesen Sonntag zu ihr kommen wird. Nach der schlauen Idee von Sarah, die Hostel-Mamma um einen Anruf zu bitten, kommt das ganze ins Rollen. Leander nimmt Kontakt mit Julio auf, dem Direktor der Schule, und schafft es, dass Ana, die Gastgeberin, Leander doch am Sonntag empfangen wird.“
Akklimatisieren mit Essen und Bewegung
„Müdigkeit macht sich bei uns breit, der neue Rhythmus hat sich noch nicht eingependelt. Morgens um 4-5.00 Uhr sind wir voll wach, bereits nachmittags wieder total erschöpft.
Brauchen noch etwas Zeit für die Akklimatisierung.
Heute morgen konnten wir uns überwinden, den Cerro de la Cruz zu bezwingen. Dies ist so zu sagen der Gurten oder der Uetliberg von Antigua.
Im Hostel wieder angekommen, erblickten wir den Pinscher des Hostels, der sich Hals über Kopf dem Abfalleimer hingab, Plastik sah und frass, und nach alle dem noch nicht gesättigt war und noch einen Vogel verspeiste. Und auch dies reichte noch nicht, er bettelte bei den einzigen Gästen, die ein Abendessen genossen.
Auch bei uns ging es heute ums Essen. Da die Küche hier sehr kohlenhydratlastig ist mit Reis, Indianerbohnen, Weissbrot, Tortillas und Kartoffeln, machten wir uns auf die Suche nach etwas Gemüse und wurden im Luna di Miel fündig. Unser Darm erfreute sich über zwei riesen grosse und wunderbare Salate.“(Ausschnitt aus dem Tagebuch von Sarah, 6.April 2018)

2018-04-05 08.27.52
Typisches guatemaltekisches Frühstück: Huevos revueltos Frijoles, fritierte Platanos, Pan o Tortillas

Sarah Kurth & Leander Krontiris
–  welt-erfahren –

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